die formulierung " der pfad des feuers " kennzeichnet am besten, was franziska m. köllner mit ihren arbeiten ausdrückt. es ist die faszination des raku , das von ihr nicht als blosse technik , sondern als eine art rituelles brennverfahren empfunden wird. ihr gefällt die mythische bedeutung , die jedes stück umgibt . so finden wir auf vielen arbeiten filigrane , figürliche zeichnungen , die aus grauweissem craquelle , wie auf lebensspenden-den adern und flussläufen schweben. sie wirken besonders eindringlich auf den elementaren formen grosser kugeln , wo die ritzzeichnungen eine eigene suggestive kraft entwickeln.

diese bilder besitzen symbolgehalt und erinnern gleichzeitig an urzeitliche höhlen - und felsmalereien , aber auch an archaische kunstwerke aus der geometrischen periode im alten griechenland , eine der wurzeln unserer europäischen kultur. wenn man die darstellungen eigener auffassungen im gefäss betrachtet findet man anlehnungen an traditionelle, japanische gefässe , die durch teilweise proportionsverschiebungen individuell bearbeitet wurden.auf diese weise versucht franziska m. köllner tradition zu durchbrechen und für sich neu zu interpretieren.